1938: Die zivilen und militärischen Widerstandsgruppen um Goerdeler, Halder, Oster, von Witzleben et. al., denen Beck sich zugesellt, planen zwecks Kriegsvermeidung ein Stoßtruppunternehmen gegen die Reichskanzlei und die Gefangennahme (so Beck) bzw. Tötung Hitlers. Der Plan scheitert, da das "Münchner Abkommen" vom 29. 09. 1938 die Zahl der Hitlergegner empfindlich dezimiert.
1939/40: Hitlers Vorbereitungen des Überfalls auf Polen und danach der Offensive im Westen führen zu neuen Attentatsplänen.
Der Sieg über Frankreich bringt Hitler den Höhepunkt seiner Popularität. Die Opposition ist weitgehend isoliert.
Mitverschwörer Ulrich von Hassell notiert in seinem Tagebuch:
"Die ganze Entwicklung ekelt ihn (Beck) an, und der Kriegsleichtsinn der führenden Leute empört und entsetzt ihn." (Dezember 1939)Beck 1939 über die Wehrmachtsführer:
"Dumme, Mediokritäten, Verbrecher"
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| Erich Manstein | Walther von Reichenau | Heinz Guderian | Gerd von Runstedt |
Die beiden Generalfeldmarschälle Erich von Manstein und Walther von Reichenau ließen 1941 wehrmachtsinterne Befehle an das Offizierskorps ergehen, die zur "Rache" am "jüdischen Untermenschentum" aufforderten.
Heinz Guderian und Gerd von Rundstedt ließen die Verschwörer des 20. Juli aus der Wehrmacht ausstoßen und an den Volksgerichtshof ausliefern.
Becks Opposition war bislang eher von Gesichtspunkten des militärischen Risikokalküls und der machtpolitischen Zweckrationalität geprägt - er hielt Hitlers Krieg für nicht gewinnbar-, sein außenpolitisches Ziel war, Deutschland im Einvernehmen mit England in ein Gleichgewichtssystem der europäischen Großmächte einzuklinken. Seit Beginn der rasseideologischen Ausrottungs- und Unterjochungspolitik in Osteuropa wurden nun auch moralische und völkerrechtliche Motive für ihn bestimmend.
Tagebucheintragung von Hassells (Februar 1940):
"Der unheilvolle Charakter des Regimes, vor allem ethisch gesehen, wird ihm immer klarer."
Tagebucheintragung von Hassells (April 1941):
"Ich war bei Beck und es stiegen einem die Haare zu Berge (...) über die den Truppen erteilten (...) Befehle betreffend das Vorgehen in Rußland. (Beck) erklärte sich bereit, bei B. gegen die Mordbefehle zu protestieren."Erinnerungen von Peter Sauerbruch an Gespräche mit Beck 1943:
"(Ich konnte) erkennen, daß er sich gedanklich intensiv mit (...)der Achtung der Menschenrechte gegenüber allen Menschen, gleich welcher Rasse oder politischen Gesinnung, in den besetzten Gebieten beschäftigte."
Beck lebt während der Kriegsjahre zurückgezogen in seinem Berliner Haus. "Die Generäle und Marschälle gehen ihm aus dem Weg." (Reynolds)
Aber mehr und mehr wird seine Wohnung zur Zentrale der kleinen Zirkel des nationalkonservativen Widerstandes. Sie wird ständig von der Gestapo observiert.